EssenBrot

Begriffe beim Backen

Werkzeug und Gerät zum Backen

Bacherloo

N. m.;  Bäckerlohn, Lohn des Bäckers oder der Gehilfen für das Backen [Id. 3/1291]

Bacheta

N. f.; Backete, Brotladung im Ofen, 50 bis 60 Brote [Id. 4/961 und Gr. 33]

Bachgäälta

N. f.; Backzuber, Gelte; vgl. Müelta; kleine Backmulde [Id. 4/215;W. 551]

Bachhüss

N. n.; Backhaus; vgl. Bachhiischi, Bachofo, Cholera; das Backhaus war sehr oft ein freistehendes Gebäude im Besitz einer Genossenschaft, eines Weilers (Fraktion) oder einer Gemeinde. In einem bestimmten Turnus konnten nun die einzelnen Gemeindemitglieder in Einzel- oder Genossenschaftsarbeit hier ihr Brot backen. Die Häufigkeit des Backens variierte von Ort zu Ort zwischen drei und vier Wochen (z.B. Lötschental) bis zu ein Mal im Jahr (Vispertal). [Id. 2/1719 und SDS VII/99]

Bachholz

N. n.; Backholz,Holz zum Heizen des Backofens [Id. 2/1255]

Bachmäll

N. n.; Backmehl; vgl. Püürumäll; eine etwas schwärzere Sorte, die man im Haushalt zum Backen verwendete. Früher wurde sehr viel Roggenmehl verwendet, aus dem die typischen Roggenbrote gebacken wurden. [Id. 4/221]

Bachmäscher

N. m.; Bauchgrimmen, Koliken beim Verzehr von frischem Brot [Id. 4/503]

Bachmüelta

N. f.; Backtrog; vgl. Müelta [Id. 4/215]

Bachofo

N. m.; Backofen; 1. teilweise Ausdruck für die ganze Anlage (überdachter Ofen oder sogar für das Backhaus); 2. der Ofen zum Brotbacken [Id. 1/112 und SDS VII/99]

Bachofuwäärchzig

N. n Backofenwerkzeug; vgl. Cholrächo, Kohlenrechen; Lüüder, Lappen; Ofubäso, Ofenbesen; Ofurächo, Ofenrechen; Ofuchratzer, Ofenkratzer, -schaber; Rabler, Rechen; Schüüfla, Schaufel; Schissil, Brotschaufel; mit diesen Werkzeugen wurde der Backofen bedient, mit dem Schissil bzw. der Schüüfla die frischen Laibe in den Backofen ‘geschossen’ und die fertiggebackenen Brote heraus geholt, mit dem Cholrächo wurde die Glut aus dem Ofen gescharrt, mit dem Ofubäso der Ofen gewischt und anschliessend mit
dem Lüder geputzt.

Bachstuba

N. f.; Backstube,Vorbereitungs- und Teigraum; in ihr befinden sich bei Genossenschaftsbäckereien alle Werkzeuge und Geräte, die zur Herstellung des Teigs notwendig sind; hier wurde der Teig in der Müelta produziert, auf
dem Knettisch: Broottisch, Brootbäich, Leibtisch, Leibbäich (vom Verb leibu), Teiglado, Wirktisch geknetet, geformt und auf den Brotbrettern Brootbrätt bis zum Backen gelagert. Diese Stube ist von der Küche mit dem Backofen abgetrennt, damit es hier nicht zu heiss wurde, blieb die Türe geschlossen,
die fertigen Laibe wurden durch eine kleine Durchreiche Durchreichi zum
Backofen geliefert. [Id. 10/1137 und SDS VII/103]

Bachtrogg

N. f.; Backtrog; vgl. Müelta [Id. 4/215]

bachu

V. tr.; backen, Brot backen; vgl. Brootbachu; 1. Brot: die Häfigkeit war sehr unterschiedlich: 1 mal im Jahr im Winter in Täsch, 2- oder 1-mal im Jahr in Zermatt und den Leukerbergen, 2-mal im Jahr, Frühjahr und Herbst z. B. in Steg, Gampel, St. Niklaus, Stalden, Binn, 4-mal im Jahr in unregelmässigen Abständen
z. B. in Visperterminen, Mörel, alle drei Monate z. B. in Randa, alle zwei Monate
z. B. in Törbel, Ernen; alle 3 – 4 Wochen z. B. in Ausserberg, Lötschental. Es ist klar, dass es bei diesen Backrhythmen praktisch nie frisches Brot gab und die Leute empfanden damals das harte Roggenbrot nicht als Nachteil wie das Sprichwort besagt: Herts Broot ischt nit herts Broot, kcheis Broot ischt herts
Broot
(VSSpr. 94) «Hartes Brot ist nicht hart, kein Brot ist hart.» ‘herts Broot’ wurde hier als Bild für eine strenge Zeit, ein strenges, mittelloses Leben gebraucht; 2. grundsätzliches Backen, z. B. Chüecho, Cholera
[SDS, VII/98]

Bäckertschifra

f Brottragkorb; vgl. Broottschifra [SDS ,VII/72]

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