Sprache

Ds Walliserditsch

[Das Walliserdeutsche]

Das Walliserdeutsche im Vergleich mit dem Schweizerdeutschen und den internen Eigenarten (vgl. PDF-Vortrag)

Einige Gedanken zum Walliserdeutschen [1]

Deutsche Mundarten

Auch wenn dir, geschätzter Leser, die Sprache, die du im Oberwallis hörst, wie ein unverständliches Flämisch vorkommt: Es ist Deutsch, ein urtümliches und für viele schwer verständliches Deutsch - es ist das Walliserdeutsche oder wenigstens ein Teil davon. Diese Sprache in einigen, wenigen Worten zu erklären, ist ein fast unlösbares Vorhaben; ich beschränke mich also auf eine möglichst geraffte Zusammenfassung und verweise in der Fussnote auf weiterführende Literatur.

Das Walliserdeutsche gehört zum Schweizerdeutschen, das seinerseits wieder zum hochalemannischen Sprachraum und damit zum Hochdeutschen gehört. Vom Hochdeutschen unterscheidet sich einerseits das Schweizerdeutsche durch lautliche Merkmale, die auf einem unterschiedlichen Übergang vom Mittel- zum Hochdeutschen beruhen und anderseits vom Walliserdeutschen, das einen Teil dieser Lautänderungen gar nicht mitmachte und deshalb teilweise bei charakteristischen Lautmerkmalen im Alt- und Mittelhochdeutschen verharrt.

Raidiointerview zum Walliserdeutsche vom 21. 2. 2011 im Radio Rottu auf Walliserdeut (30').

Schweizerdeutsch

Die wichtigsten Merkmale, die das Schweizerdeutsche vom Hochdeutschen unterscheiden, sind neben Eigenwörtern wie z. B. Scheiche die folgenden lautlichen Merkmale:

Die neuhochdeutsche Diphthongierung (aus einem Laut «a» werden zwei «au») vor Konsonanten (Mitlaut) findet im Schweizerdeutschen nicht statt, z.B. statt neuhochdeutsch Haus, Feuer, Reis, bleibt im Schweizerdeutschen Huus, Füür, Riis.

Umgekehrt macht das Schweizerdeutsche die neuhochdeutsche Monophthongierung (aus zwei Lauten «ue» wird einer «u») nicht mit, das neuhochdeutsche Bruder, Dieb (ü gespro­chen), bleibt bei Brueder, Dieb (i+e gesprochen).

Die neuhochdeutsche Dehnung der Silben, die auf einem Vokal enden, macht das Schweizerdeutsche nicht mit: Nabel (Naabel), ohne (oone), bleibt bei Nabel, one. - Dagegen verschiebt das Schweizerdeutsche im Gegensatz zum Neuhochdeutschen das «k» im «Anlaut» und nach «1» und «rk» zu «ch» (dies gilt nicht für Basel und Chur); aus den neuhochdeutschen Kind, Kuchen, Volk, Küchenkasten wird schweizerdeutsch Chind, Chueche, Volch und das berühmte Chuchichäschtli.

Auf grammatikalische und phonetische Eigenheiten des Schweizerdeutschen möchte ich hier nicht näher eingehen, möchte aber betonen, dass die oben aufgeführten Merkmale in dem Raum, in dem hochalemannisch gesprochen wird (Schwaben, Vorarlberg, Liechtenstein, Schweiz), nicht einheitlich vorkommen und es kein Merkmal gibt, bei dem man jetzt endgültig und eindeutig sagen kann. Das ist jetzt typisch schweizerdeutsch: Es bleibt eine Vielfalt mit gewaltigen Unterschieden.

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