WohnenRäume

Abort

[Toilette]

Abort

WC, Toilette; vgl. Abtritt, Gabine, Schiissa, Schiishüss, Twalett; diese ezeichnung eigt (wie wir es noch häufig antreffen erden) die beschönigende Manie, "heikle"" Dinge (Geschlechtlichkeit, Stuhlgang, Harnlösen, Tod etc.) nicht beim Namen zu nennen; wir haben es hier mit einem "Ab - Ort", einem Ort, der eben ausgeklammert wird (vgl. auch Abtritt, ein «Tritt, weg vom Normalen»).

Volmar Schmid: Kleines Walliser Wörterbuch. Gebäude. Wir Walser, Brig, 2003
VS, August, 2011

Abtritt

WC, Toilette; vgl. Abort, Gabine, Schiissa, Schiishüss; in den ältesten Häusern war kein Abort vorgesehen: Man behalf sich mit einem Nachtgeschirr und benützte im übrigen die Ställe als Abort. Nach und nach erstellte man eigentliche Abortanlagen; sie befanden sich meistens ausserhalb des Hauses, an die Küchenwand angebaut. Zum Sitzen wurden verschieden grosse Löcher aus dem Sitzbrett gesägt, die man mit einem Holzdeckel verschliessen konnte.Unten hatte die Anlage eine Öffnung, aus der man alle ein bis zwei Jahre den Kot entfernen (meistens düngte man damit den Hausgarten) konnte. In vielen Bergdörfern des Oberwallis wurde erst in den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts aufWasserklosetts und Wasserspülung umgestellt.

[Id. 14,1512; SDS,VII/146; Egloff, 191ff., Gr. 22]
Volmar Schmid, Kleines Walliser Wörterbuch  

Gabine (WC)

WC, Toilette; vgl. Gabinet, Abtritt, Gabine, Schiissa, Schiishüs, Twaletts; vom franz. «cabinet» = Zimmer(chen); die eigentlich vornehme, bzw. gesellschaftlich akzeptierte Art, die Toilette zu benennen. Standardsprache und gehobene Sprache: ich gaa uff ds Gabine, di Twalett oder ufs WC, Vulgärsprache:...ich gaa uff d Schiissa.

[Id. 3,98; SDS, VII/146; Egloff, 191ff.]
Volmar Schmid, Kleines Walliser Wörterbuch

Scheisshaus, Scheisse (WC)

Schiissa: Abort, Toilette; vgl. Abort; Gabine, Schiissa, Schiisshüss, Schiissulti, Twalett; derber Ausdruck für die Toilette. Diese bestand ursprünglich aus einem Holzverschlag ausserhalb der Wohnung, versehen mit einem Brett und einem oder mehreren Sitzlöchern, Schiissloch, auf einem bankartigen, geschlossenen hölzernen Gestell, meistens mit passendem Deckel und einem Brunzloch für die Männer am Boden.

[Id. 8/1325; SDS, VII/146; Egloff, 191ff.; Gr. 170]
Volmar Schmid, Kleines Walliser Wörterbuch  
Volmar Schmid, 2. Februar 2008
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