WohnenRäume

Chuchi

[Küche]

Küche; vgl. Fiirhüss, Hinderhuis

  1. Wohnhaus; die Küche war der Raum, in dem gekocht und fast immer gegessen wurde. Für damalige Platzverhältnisse war die Küche relativ gross, denn hier spielte sich der grösste Teil des Familienlebens ab, hier wurde (bei Familien bis zu zehn Personen) gegessen, gearbeitet (Gemüse, Fleisch, Früchte verarbeitet, Schularbeiten gemacht, Korrespondenz erledigt), gelesen, gespielt (Karten- und Brettspiele) und viel gebetet (Rosenkranz). Eingerichtet war die Küche mit einem grossen Tisch, mit Bänken und Stühlen (Eggbäich, Hocker und Stubäillï, mit einem Küchenschrank (Schaft), dem Ofen (Chuchiofo) und dem Schüttstein (Schitti) recht spartanisch;
  2. Alpe: Mehrzweckraum, der als eigentliche Küche zur Zubereitung der täglichen Mahlzeiten und als Sennereiraum genutz twurde. In dieser Chuchi wurde der Käse im Chessi hergestellt, dann im Gäärb gepresst, anschliessend gewogen, gesalzen und beschriftet (mit Tintenbleistift wurde jeder Käse mit Datum und Gewicht angeschrieben); hier lag auch das Milchbüchlein (Milchbüechji), in dein die Sennerin über die verschiedenen Anteile Buchhaltung führte. Da diese Tätigkeit sehr einfach (X Liter Milch = X Kilogramm Käse) aber auch sehr sorgfältig war, spricht man heute noch von Milchbüchleinrechnung (= addieren).
  3. das Essen, ...dini guet Chuchi gseet mu miinum Ranzu a; «... deine gute Küche sieht man meinem Wanst an.»
vgl. Volmar Schmid: Gebäude
VS, 06.11.17

Trächa

Feuerstelle; offene Feuerstelle mit oder ohne Kamin (in der Alpe zog der Rauch frei
durch ein Loch am Dachgiebel). Die Trächa wurde doppelt genutzt: zum Kochen, dazu stellte man einen Dreifuss, Trifüess, auf die flache Feuerstelle und zum Käsen, dazu konnte man den Turm, Chessituro, Turo, herausschwenken, an den man dann das Käsekessi hing.

VS, 11. 10. 12

Chuchischaft

Küchenschrank; vgl. Schaft, Gschirrschaft, im Küchenschrank wurde das Geschirr (manchmal offen) und die direkt für den Verzehr bestimmten Lebensmittel Spiisstricka aufbewahrt. Es war ein niederer Schrank mit aufgesetztem, schmaleren Schrankteil mit Holz- oder Glastüren. Der obere Schrankteil sass entweder direkt auf dem unteren Schrank (buffetartig), oder er war durch eine offene Mittelpartie, welche als Ablagefläche diente, davon getrennt.

Chuchiofo

Küchenofen, Holzherd; vgl. Ofo, Hããrd, Chunschtofo, «Kunstofen, Ofen», Holzofo, Chochofo; Herd aus Gusseisen (Metall) mit Holzfeuerung mit zwei bis vier Kochlöchern, meistens mit einem Wasserschiff und einem Backofen. Mittels Ringen konnte das Pfannenloch Pfannuloch, der Grösse der Pfanne angepasst werden.

VS, 7. 11. 17

Trächa

Feuerstelle; offene Feuerstelle mit oder ohne Kamin (in der Alpe zog der Rauch frei
durch ein Loch am Dachgiebel). Die Trächa wurde doppelt genutzt: zum Kochen, dazu stellte man einen Dreifuss, Trifüess, auf die flache Feuerstelle und zum Käsen, dazu konnte man den Turm, Chessituro, Turo, herausschwenken, an den man dann das Käsekessi hing.

VS, 11. 10. 12
Zurück zur Übersicht

Interessantes aus dem Bereich Wohnen

Senn & Hirte

[Personal in einem Senntum]

Details

Schaafalpu

[Schafalpe]

Details

Chäller

[Keller]

Details