BauenGebäude

Grundsätzlichs z Gebäude

[Grundsätzliches zu Gebäuden]

Die Bodenverhältnisse in den Bergdörfern bringen es mit sich, daß die Wirtschaftsgebäude nur in den seltensten Fällen mit dem Wohnhaus ver­einigt sind.

Zur Unterbringung des Viehs dient der Stall, Stall oder Gade.

Das Getreide findet Platz in einem eigens dafür errichteten und zum Schutz gegen Mäuse auf Holzbeine gestellten Haus, dein Stadel, Stadil.

Die eigentliche Schatzkammer des Bauern, in der neben allerlei Haus­geräten die Fleisch- und Milchprodukte liegen, ist der Speicher, Spiicher.

Das Wohnhaus, Wohnhüss teilt er sich meistens mit einer oder zwei anderen Familien (Stockwerkegentum).

Daneben gibt es noch eine Reihe von anderen Gebäuden: Schwiistija, Brähüss, Wäschhüss, Remis, Gänter oder Schlopf (meistens als Anbau), Gmeindhüss, Gmei- und/oder Zeentustadol, Backhüss, Milli, Schmida, Saaga, Chircha, Kapälla, Bildstock, Alphitta, Bäärghitta ....

Im Dorf reihen sich die First an First den Gassen entlang; auf den benachbarten Matten stehen sie in Gruppen beisammen; zerstreut und einsam liegen sie an den entfernteren Bergkahlen. Da es dein Bauern nicht möglich ist, sein Heu in der kurzen Erntezeit aus den ent­legensten Gegenden ins Dorf zu bringen, hat er an Ort und Stelle, seine Ställe gebaut. Dafür muß er im Winter mit dem Vieh von Stall zu Stall dem Futter nachziehen firchefaaru und Tag für Tag beschwerliche, weite Wege zur Besorgung der Tiere zurücklegen.

Die Gebäulichkeiten, die der Bauer besitzt oder an denen er Anteil hat, muß er selbstverständlich auch unterhalten. Im Frühjahr legt Hand an, wenn ein Gemach Gmach unter den Witterungseinflüssen Schaden erlitten hat oder etwa von einem Lawinengang zerstört worden ist. Ein Großteil der Bauern ist deshalb noch heute in der Kunst der Zimmerleute nicht unerfahren.

Das typische Wallisergebäude ist, das durch seine einfache Bauweise geeignete, durch das Baumaterial begünstigte, als Einzweckbau bewährte Blockhaus. Diese Bauweise herrscht vor in den Terrassendörfern über dem Rhonetal, in den Seitentälern und im Goms.

Das Baumaterial liefert der Wald. Unter den Holzartenbevorzugt ist die Lärche, Leerch. Ställe am Abhang sind bergseits und unter der Türsohle gemauert, damit die Balken nicht im Erdreich veran­kert werden müssen und dort faulen.

Jahrhundertealter Raubbau hat viele Gemeinden veranlaßt, Maßnah­men für eine sparsamere Ausbeutung ihrer Wälder zu ergreifen. Stein­bauten - in denselben Proportionen wie die alten Holzställe errichtet - fanden deshalb in neuerer Zeit fast überall Eingang. 

vgl. Rübel, S. 37 f.
VS, 21. 4. 2013
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