BauenGebäudeBauelemente

Müüra

[Mauer]

Bauteil aus natürlichen oder künstlichen Steinen, die im Allgemeinen in bestimmten https://www.wissen.de/https://www.wissen.de/ verlegt und durch Mörtel verbunden werden.

Die Mauern werden nach verschiedenen Kriterien unterschieden:

nach dem Material: Steinmauer, Ziegelmauer, Betonmauer

nach der Beschaffenheit der  Steine: Naturstein-, Bruchstein-, Zyklopenmauer

nach ihrer Funktion:  Schutz-, Stütz-, Grund-, Trenn-, Tragmauer

nach dem Verbund von Steine oder Ziegel: Läufer-, Binder-, Block-, Kreuzverban, Holländischerverband, Märkischer Verband, Quadermauerwerk, Zyklopenmauerwerk, Findlingsmauerwerk, Schichtenmauerwerk, Bossenmauerwerk

nach ihrer Machart: Trockenmauer

nach dem Ort: Keller-, Zimmer-, Küchen-, Stadt-, Quai-, Burgmauer

Bis vor 50 Jahren wurden in den Bergdörfern des Wallis (CH) zum Mauerbau praktisch nur Natur- oder gebrockene Steine unregelmässiger Grösse verwendet. Sie wurden z.B aus Finlingen gebrochen und nach Bedarf grob zugehauen. Für die Terassierung der Felder (Äcker, Wiesen, Reben) als Schutz-. Sperr- oder Stützmauer und oft als Grundmauer für Ökonomiegebäude wurden Trockenmauern verwendet. Für den Hausbau verwendete man als Mörtel gebrannten Kalk.

Volmar Schmid, 9. 10. 2008
vgl.  auch: http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/technik/index,page=1187300,chunk=img_0.html

Trockenmauer

Allgemeines

Das Aufeinanderlegen von Steinen war schon sehr früh bekannt. Man baute so Stützmauern (Schtitzmüüre), Häuser (Hiischini), Ställe (Ställ), Einzäunungen oder Hage (Färricha), Höhleneingänge (Heeliigäng), Feuerstellen (Träche), Lawinenverbauungen (Lowwiverbuwwige) usw. Bei den Gebäuden wurde meistens nur das Untergeschoss gemauert (dr undre Schtock gmüürot). Jeder baute im Prinzip seine Mauern (Müüra) selber. Bei gemeinschaftlichen Arbeiten jedoch mauerten nur die Besten, die andern mussten ihnen zur Hand gehen (handlangu). Das Mauern wurde meistens mit Gegenarbeit bezahlt. Die Steine wurden nach Möglichkeit vom Eigentumsboden genommen. Für Steine, welche z.B. auf Burgerboden (Burgerbodu) waren, musste die zuständige Gemeinde angefragt werden.

Im Eigentum wurden vielfach Findlinge ausgegraben (üsgigrabut), die dann verarbeitet wurden. So entwickelten sich auch langsam die Berufe Maurer (Müürer) und Handlanger. Zwischen 1948 und 1950 verdiente ein Maurerlehrling (Müürerleerling) im ersten Jahr etwa 60 Rappen pro Stunde, im zweiten Jahr 70 Rappen pro Stunde und im dritten Jahr 90 Rappen pro Stunde. Ein ausgelernter Maurer musste mit etwa Fr. 1.25 pro Stunde anfangen. Die Höchstbezahlten bekamen Fr. 2.29 pro Stunde. Ein Vorarbeiter verdiente dazumal ungefähr Fr. 2.31 pro Stunde.

Eine Mauer entsteht

Zuerst musste natürlich das Fundament (Fundamänd) ausgehoben werden. An Ort und Stelle wurden die Steine gehauen oder gespalten (ponchottnut), damit sie für den Transport leichter wurden. Um grosse Granitfelsen zu spalten, wurden zuerst mit Spitzeisen (Schpitziisu) oder Meissel (Meissil) und Fäustel (Massetta) kleine Löcher in der gewünschten Spaltrichtung in kleinen Distanzen geschlagen. In diese schlug man nun die kleinen, eisigen Spitzeisen. Steckte in jedem Loch eines, schlug man mit Gefühl der Reihe nach auf jedes Spitzeisen, bis sich der Fels spaltete. Kleinere Steine zerkleinerte (verchleindrot) man mit dem langstieligen Schlegel (Steischlegil, Chlippil, Minörschlegil).

Mit der Steinschubkarre (Steibära, Steigaretta) oder der Steintragbare (Steiträgbara) wurden die Steine an den gewünschten Platz transportiert. Auch eine gewisse Steischleipfa war bekannt, auf der ein Mann schwerere Steine hinter sich her ziehen konnte. Die Maurer (Müürer) schlugen mit dem Passierhammer oder mit dem Mauerhammer (Müürhammer) die Steine in die richtige Form. Der Handlanger belieferte ihn mit den gewünschten Steinen und Werkzeugen (Wärchzig). Schwerere Steine wurden mit Hilfe des Hebeisens (Hebisu, Reischtisu) hin und her gedreht, bis sie passten.

Dank des geschulten Auges des Maurers konnte in der Regel auf eine Schnur verzichtet werden. Steine, die auf der Sichtseite über zwei oder mehrere langten, nannte man Binder (Binner). Leiffer nannte man diejenigen, welche bis zuhinterst (z hindroscht) vom Mauerwerk reichten. Wurde der oberste Kranz der Mauer mit gestellten Steinen gemacht, nannte man das der Stutz. La schiessu war, wenn man hie und da einen Stein auf der Sichtseite weiter hervorstehen liess. Es gab auch noch ein spezielles Kanteisen (Tschalfing), um den Sichtsteinen (Sichtsteina) die Kanten zu brechen.

Für Zugänge liess man die Stiegentritte (Stägutritta) direkt aus der Mauer herausschauen.

Die Ecksteine (Egger) mussten zwei unbeschädigte Seiten aufweisen. War die Mauer erstellt, füllte man die grösseren Löcher mit passenden Steinen und schlug sie mit Gefühl (Gfüül) nach. Dies nannte man schgaaiju (von Schgaaja = Stein). Betrachten wir alte Wege (Wäga), Wasserleitungen (Wasserleitige) oder andere Bauwerke (Buwwärch), so staunen wir, wie viele Jahrhunderte diese Trockenmauern (Trochumüüre, Bruchschteimüre) der Natur trotzten. Nicht selten wurden auf steilen Platten zuerst winzige Fundamente herausschlagen, um dann mit kleinen Steinen das Mauerwerk anfangen zu können. Immer grössere überbrückten die vorherigen, und so entstanden richtige Kunstwerke.

Maurus Schmid: Altes Handwerk und Brauchtum im Oberwallis. Rotten Verlag, Visp, 2000, S. 22ff. 
vgl. auch: http://stoneline.ch/deutsch/trockenmauer.php

Trockenmauer

Mauerverbänade

Mauer

 

Bauteil aus natürlichen oder künstlichen Steinen, die im Allgemeinen in bestimmten Mauerverbänden verlegt und durch Mörtel verbunden werden.

Die Mauern werden nach verschiedenen Kriterien unterschieden:

nach dem Material: Steinmauer, Ziegelmauer, Betonmauer

nach der Beschaffenheit der  Steine: Naturstein-, Bruchstein-, Zyklopenmauer

nach ihrer Funktion:  Schutz-, Stütz-, Grund-, Trenn-, Tragmauer

nach dem Verbund von Steine oder Ziegel: Läufer-, Binder-, Block-, Kreuzverban, Holländischerverband, Märkischer Verband, Quadermauerwerk, Zyklopenmauerwerk, Findlingsmauerwerk, Schichtenmauerwerk, Bossenmauerwerk

nach ihrer Machart: Trockenmauer

nach dem Ort: Keller-, Zimmer-, Küchen-, Stadt-, Quai-, Burgmauer

Bis vor 50 Jahren wurden in den Bergdörfern des Wallis (CH) zum Mauerbau praktisch nur Natur- oder gebrockene Steine unregelmässiger Grösse verwendet. Sie wurden z.B aus Finlingen gebrochen und nach Bedarf grob zugehauen. Für die Terassierung der Felder (Äcker, Wiesen, Reben) als Schutz-. Sperr- oder Stützmauer und oft als Grundmauer für Ökonomiegebäude wurden Trockenmauern verwendet. Für den Hausbau verwendete man als Mörtel gebrannten Kalk.

Volmar Schmid, 9. 10. 2008

vgl.  auch: http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/technik/index,page=1187300,chunk=img_0.html

Trockenmauer mit "Sturz" als schützender oberster Kranz. (Foto: Maurus Schmid)

Trockenmauer als Felssicherung. (Foto: Maurus Schmid)

Maurerwerkzeuge zum Erstellen von Trockenmauern: Steinbohrer, Blattenklinge, Bonschotten, Fäustel, Spitzeisen und Meissel. (Foto: Maurus Schmid)

Trockenmauern zur Terassierung an den Heidenreben bei Visperterminen. (Foto: NZZ)

Trockenmauer

 

Allgemeines

Das Aufeinanderlegen von Steinen war schon sehr früh bekannt. Man baute so Stützmauern (Schtitzmüüre), Häuser (Hiischini), Ställe (Ställ), Einzäunungen oder Hage (Färricha), Höhleneingänge (Heeliigäng), Feuerstellen (Träche), Lawinenverbauungen (Lowwiverbuwwige) usw. Bei den Gebäuden wurde meistens nur das Untergeschoss gemauert (dr undre Schtock gmüürot). Jeder baute im Prinzip seine Mauern (Müüra) selber. Bei gemeinschaftlichen Arbeiten jedoch mauerten nur die Besten, die andern mussten ihnen zur Hand gehen (handlangu). Das Mauern wurde meistens mit Gegenarbeit bezahlt. Die Steine wurden nach Möglichkeit vom Eigentumsboden genommen. Für Steine, welche z.B. auf Burgerboden (Burgerbodu) waren, musste die zuständige Gemeinde angefragt werden.

Im Eigentum wurden vielfach Findlinge ausgegraben (üsgigrabut), die dann verarbeitet wurden. So entwickelten sich auch langsam die Berufe Maurer (Müürer) und Handlanger. Zwischen 1948 und 1950 verdiente ein Maurerlehrling (Müürerleerling) im ersten Jahr etwa 60 Rappen pro Stunde, im zweiten Jahr 70 Rappen pro Stunde und im dritten Jahr 90 Rappen pro Stunde. Ein ausgelernter Maurer musste mit etwa Fr. 1.25 pro Stunde anfangen. Die Höchstbezahlten bekamen Fr. 2.29 pro Stunde. Ein Vorarbeiter verdiente dazumal ungefähr Fr. 2.31 pro Stunde.

Eine Mauer entsteht

Zuerst musste natürlich das Fundament (Fundamänd) ausgehoben werden. An Ort und Stelle wurden die Steine gehauen oder gespalten (ponchottnut), damit sie für den Transport leichter wurden. Um grosse Granitfelsen zu spalten, wurden zuerst mit Spitzeisen (Schpitziisu) oder Meissel (Meissil) und Fäustel (Massetta) kleine Löcher in der gewünschten Spaltrichtung in kleinen Distanzen geschlagen. In diese schlug man nun die kleinen, eisigen Spitzeisen. Steckte in jedem Loch eines, schlug man mit Gefühl der Reihe nach auf jedes Spitzeisen, bis sich der Fels spaltete. Kleinere Steine zerkleinerte (verchleindrot) man mit dem langstieligen Schlegel (Steischlegil, Chlippil, Minörschlegil).

Mit der Steinschubkarre (Steibära, Steigaretta) oder der Steintragbare (Steiträgbara) wurden die Steine an den gewünschten Platz transportiert. Auch eine gewisse Steischleipfa war bekannt, auf der ein Mann schwerere Steine hinter sich her ziehen konnte. Die Maurer (Müürer) schlugen mit dem Passierhammer oder mit dem Mauerhammer (Müürhammer) die Steine in die richtige Form. Der Handlanger belieferte ihn mit den gewünschten Steinen und Werkzeugen (Wärchzig). Schwerere Steine wurden mit Hilfe des Hebeisens (Hebisu, Reischtisu) hin und her gedreht, bis sie passten.

Dank des geschulten Auges des Maurers konnte in der Regel auf eine Schnur verzichtet werden. Steine, die auf der Sichtseite über zwei oder mehrere langten, nannte man Binder (Binner). Leiffer nannte man diejenigen, welche bis zuhinterst (z hindroscht) vom Mauerwerk reichten. Wurde der oberste Kranz der Mauer mit gestellten Steinen gemacht, nannte man das der Stutz. La schiessu war, wenn man hie und da einen Stein auf der Sichtseite weiter hervorstehen liess. Es gab auch noch ein spezielles Kanteisen (Tschalfing), um den Sichtsteinen (Sichtsteina) die Kanten zu brechen.

Für Zugänge liess man die Stiegentritte (Stägutritta) direkt aus der Mauer herausschauen.

Die Ecksteine (Egger) mussten zwei unbeschädigte Seiten aufweisen. War die Mauer erstellt, füllte man die grösseren Löcher mit passenden Steinen und schlug sie mit Gefühl (Gfüül) nach. Dies nannte man schgaaiju (von Schgaaja = Stein). Betrachten wir alte Wege (Wäga), Wasserleitungen (Wasserleitige) oder andere Bauwerke (Buwwärch), so staunen wir, wie viele Jahrhunderte diese Trockenmauern (Trochumüüre, Bruchschteimüre) der Natur trotzten. Nicht selten wurden auf steilen Platten zuerst winzige Fundamente herausschlagen, um dann mit kleinen Steinen das Mauerwerk anfangen zu können. Immer grössere überbrückten die vorherigen, und so entstanden richtige Kunstwerke.

Maurus Schmid: Altes Handwerk und Brauchtum im Oberwallis. Rotten Verlag, Visp, 2000, S. 22ff. 

 

vgl. auch: http://stoneline.ch/deutsch/trockenmauer.php

Betonmauer, Betonwand

Betonmauern gibt es erst seit gut 50 Jahren. Interessant ist, dass der Volksmund zwischen Betonwand und Betonmauer unterscheidet. Bei Mauern ausserhalb von Gebäuden spricht er von "Mauer": Schutz-, Stitz-, Stutz-, Staumüüra, dieses gilt auch für die Aussenseite von Gebäuden; im Gebäudeinnern spricht der Volksmund von "Wand"; also ist es wohl möglich, dass die gleiche Mauer aus Beton von Aussen Betonmüüra und von Betonwand genannt wird.

Volmar Schmid, 9. 10. 2008

Steinmauer

Der Begriff Steinmauer Steimüüra wird im Gegensatz zu Ziegel- oder Betonmauer gebraucht. Der Stein war neben dem Holz  praktisch bis 1950 das einzige Baumaterial das Verwendung fand. Gebaut wurde prinzipiell nur mit Material, dass in der näheren Umgebung zur Verfügung stand (vgl. Dach). Die Mauern unterschieden sich eigentlich nur in der Form der Steine: Natursteinmauer Natursteimüüra (die Steine blieben naturbelassen), Bruchsteinmauer Bruchsteimüüra  (beim Bruchstein gab es von sehr ungleichmässig gebrochenene bis zu regelmässig behauene Steinen alles), Zyklopenmauer Ziklopumüüra (Mauer aus grossen, groben Steinen).

Später kamen dann auch Ziegelmauern hinzu. Ziegel wurden aber praktisch nur für den Hausbau verwendet und auch hier wurde zunächst unterschieden zwischen Tonziegeln Tonziegil für die Innen- Innu-, Zimmerwand und Betonziegel Betonziegil für die Aussenwände Üssuwand. Heute gibt es Ziegel Ziegil in allen Formen, für alle Funktionen und in fast allen Materialien.

Volmar Schmid, 9. 10. 2008
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