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Stalltiri

[Stalltüre]

Der Eingang in den Viehstall befindet sich in der Mitte der Vorderfront. Er wird, wenn die Stallwand genügend dicki ist, durch eine innere und eine äußere Türe Poort verschlossen. Ist die Winterkälte vorbei, so wird die eine Türe ausgehoben. Die andere Türe ist in ihrem oberen Teil fensterartig durchbrochen und durch eingesetzte Holzstäbchen in ein Gitter verwan­delt. Durch das Gittertürchen Ripputiri n. dringt frische Luft in den Stall, die wiederum, wenn es nötig wird, durch ein rasch zwischen den Rip­pen durchgedrehtes Strohgeflecht abgehalten werden kann. Noch bequemer kann die Luftzufuhr reguliert werden, wenn die Türe in eine obere und eine untere Halbtüre geteilt ist (vgl. Abb links). Als ungeeignet hat sich hingegen die Spaltung der (inneren) Türe in zwei Türflügel Fligil erwiesen, die sieh nach innen öffnen. Die Kühe wer­den eingeklemmt, wenn sie den Durchgang nicht sorgfältig genug passieren und an einen Türflügel stoßen.

Die meisten Ställe (im Goms) haben indes nur eine ungeteilte, einbändige Eingangstüre (vgl. Abb links). Sie besteht aus drei bis vier senkrecht aneinan­dergefügten Brettern, die durch zwei Riegel Rigil zusammengehal­ten werden. Ein Randbrett ist zapfenartig verlängert und reicht wie mit Fingern, 'Kloben' Chlobo oben in ein Loch des oberen Türbal­kens und unten in die Türschwelle. Der waagrecht liegende Grundbalken "Unterturner", Unnertirner bildet unter der Türe die Schwelle: Sellner, Sella, Tirrsell oder Schwella. Sein Gegenstück ist der erste oberhalb der Türe gelegene Balken, der "Oberturner", Oberturner. Die beiden Pfosten links und rechts der Türe machen mit dem oberen und dem unteren Querbalken das Türgestell Tirrgstelle  aus. Auch im gemauerten Stall (vgl. Abb. links) ist die Türe auf diese Art eingefasst, nur dass die beiden waagrechten Balken bloss die Breite der Türe oder weni­ges mehr messen, während sie beim Holzstall die ganze Wandbreite ein­nehmen.

Unter dem Oberturner, dicht neben der Türe, befindet sich eine etwa 20 cm auf 10 cm weite Öffnung, der 'Glotz' Glotz. Dieses Guckloch ist bei älteren Ställen die einzige Luke, durch welche etwas Licht, Liitri in den Stall fällt. Hie und da ist es durch ein Schiebfensterchen Stosspfeischter verschließbar.

Quelle: Rübel: Viehzucht im Oberwallis S. 38 f.
VS. 22. 4. 2013
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