FeldarbeitWiesen / Weiden

Hewwu

[Heuen]

In der letzten Juniwoche konnte normalerweise mit der Heuernte begonnen werden. Sie dauerte unter Umständen bis in den August. Dabei fing man zuerst auf der Sonnenseite des Tales an, wo das Gras früher reif war. Erst später mähte man die Wiesen auf der Schattenseite und zum Schluss die höher gelegenen im Aroleit, im Mutt, im Ried oder in Findeln. Es war nämlich wichtig, dass das Gras ausreifen konnte und der Samen zurück auf die Erde fiel. So konnte es vorkommen, dass man ein Wiesland in zwei Teilen mähte, wenn ein Teil der Wiese schattiger war als der andere. Man mähte also zwischendurch in andern Gebieten. Manche Familien brachten im August zusätzlich das Gras der geringeren Weiden oder der erlegenen Äcker als Heu ein. Das ganze war eine mühsame Arbeit, denn durch Erbteilung waren die Wiesen in viele kleine Flächen zerstückelt und über das ganze Gemeindegebiet verteilt. Eine Güterzusammenlegung gab es nicht.

Julen Klaus

Gegen Mitte Juni konnte normalerweise mit dem Heuen begonnen werden. Die Reife des Grases bestimmte den Beginn, es war nämlich wichtig, dass der Samen des ausgereiften Grases wieder zur Erde fallen konnte. «Früö hewwu und nooch määju, cha no menge Güzhals enträäju» (Frühes Heuen und nahes (nah dem Boden) Mähen hat schon manchen Geizhals bekehrt). So eine alte Bauernweisheit.

Rudolf Kronig
VS, 16. 9 . 2011
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