FeldarbeitAckerbau

Howwu in Safien (haue, hauä)

[Einholung des Heus in Safien]

Es gibt natürlich bedeutende Unterschiede in den verschiedenen Talschaften und es ist deshalb schwierig, allgemein gültige Angaben zu machen.

Das Wort „haue“ wird in unseren Walsergebieten auch für schneiden gebraucht. „Haut s“ frägt man den Mäher.

Wurde in eure Gebieten ausschlieslich mit dem Pflug gearbeitet, oder kannte man bei Euch auch die Handgeräte (Haue, Waliserdeutsch Howwa)?

In Safien, Rheinwald, Vals und Davos wurde vorwiegend mit der Haue gearbeitet. Davoserdeutsches Wörterbuch: (Pflüge gab es in Davos nur sehr selten) In Safien wurde teils ein einfacher Pflug mit einer Eisenspitze verwendet. (Chrieg) Vor allem in Tenna mit mehr Getreideanbau  kam dieser Pflug mehr zum Einsatz, sicher auch in Obersaxen und im Prättigau. Im Schanfigg ist „hauä“ kaum bekannt, man hat mit dem Pflug gearbeitet. Im Avers war Ackerbau infolge der Höhenlage nie von grosser Bedeutung.(über 2000 MüM) Hauä im Sinne von den Acker bearbeiten, ist unbekannt.

Kannte man nur die Breithaue oder auch andere Formen (zB. Spitzhaue)?

Wir haben in Safien vor allem mit der Spitzhaue gearbeitet, kannten aber auch die Breithaue. Dies dürfte in den anderen Gebieten nicht anderes gewesen sein.

Wie wurde das Land im Acker von unten nach oben transportiert?

Die Arbeitstechnik entspricht nicht dem Beschrieb von Zermatt. Zuunterst  im Acker wurde ein Graben ausgehoben und die Erde nach oben transportiert. (Bezeichnung. „furre, furrä“, in Davos „ufhärdä“) Bei uns erfolgte der Transport mit zwei Schubkarren („Stossbännä“) Zuoberst im Acker wurde eine Rolle aus Holz befestigt, ein Seil durchgezogen, an den beiden „Stossbänne“ befestigt  und auf dem Rückweg mit der leeren „Bännä“ die voll beladene hinauf gezogen.  Bezeichnung für diesen Vorgang: „Fläschlä“

Ein gutes Bild findet sich auf der Titelseite des Buches „Damals in Monstein“ von Paul Thürer, herausgegeben von Thomas Gadmer, Sekretär der Walservereinigung Graubünden. Thomas ist sicher gerne bereit, dieses Bild zur Verfügung zu stellen. In anderen Fällen beförderte man die Erde in „Trägbännä“ oder einer „Tschifera“ nach oben.

Vergleich mit der Technik in Zermatt?

Den Kreuzstreich kannte man nicht. Beim Hauen war meist die ganze Familie im Einsatz. Wenn zuunterst der Graben ausgehoben war, begann man unten den Acker mit der Haue umzugraben. Mist wurde laufend in die Furche eingelegt. Zuoberst angekommen, wurde die hinauf transportierte Erde, die unmittelbar oberhalb des Ackers zwischengelagert war, am oberen Rande eingebracht. Bei einem Umbruch von Wiesland wurde ebenfalls die unterste Reihe Rasenziegel (Wäschm) hinauf transportiert und dann die mit der „Wasserhauä“ vorgeschnittenen „Wäschm“ in die leere Furche umgelegt.

Quelle:
  • Auskunft durch Mattle Hunger
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