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Wässerru

[Bewässern]

Bewässern im Wallis

Das trockenen Klima im Wallis, mit sehr geringen Jahresniederschlägen, erfordert seit der ersten Besiedlung eine weiträumige künstliche Bewässerung des wertvollen Kulturlandes. Ohne diese aufwendigen Massnahmen wäre die Region eine wüstenartige Landschaft geblieben. Hunderte von kilometerlange Wasserleitungen (Suonen, Känel), verschiedener Ausführung, sammeln das wertvolle Nass von Quellen oder Gletscherbächen und leiten es auf das Kulturland der Alpen, Weiler und Dörfer. Die Nutzungsrechte wurden von Anfang an genau geregelt und überwacht. Die Wasserleitungen sind nicht Eigentum der Gemeinden, sondern der betreffenden Landbesitzer. Die sogenannten Geteilen (Genossenschafter) sind in Geteilschaften (Wasserleitungsgenosssenschaften) organisiert und verantwortlich für den Unterhalt und den Betrieb der Suonen. Früher waren die Mitgliedschaftsrechte an den Geteilschaften mit sogenannten Wassertesseln geregelt. Diese Tesseln waren Holzurkunden, d.h. Holzstücke oder Holzstäbe mit dem eingekerbten Hauszeichen einer bestimmten Person. Dieses Zeichen ist das Merkmal des Betreffenden, ersetzt dessen Namen und dient auch dazu, sein Eigentum zu kennzeichnen. Die Tesseln einer Wasserleitung waren auf einer Schnur aufgereiht und zu einem Tesselbund (Bild unten) zusammengebunden. Jeder Geteile hatte zwei Tesseln. Auf der ersten, der Wassertessel waren nebst dem Hauszeichen die Wasserstunden eingekerbt. Auf der zweiten Tessel, der Werktessel waren die Werkstunden eingeschnitzt. Die Geteilen waren verpflichtet, für ihr Wasserrecht Werkstunden für den Unterhalt zu leisten. Später ersetzte man die Tesseln durch Bücher. Am Ende eines Wässerjahres wurde durch den Wasserhüter und den Wasservogt abgerechnet. Beide waren auch für den Erhalt der Wasserleitungen verantwortlich. Der Wasserhüter hatte eine gefährliche Arbeit zu leisten. Seine Aufgabe war es, die Suonen abzuschreiten, zu kontrollieren und die Reparaturen zu überwachen. Er hatte ein hohes Ansehen und seine Arbeit galt als Ehrenamt. Die Instandsetzungs-arbeiten wurden in Fronarbeit geleistet, die je nach Nutzungsrechten bemessen wurde. Sie waren oft lebensgefährlich, da viele Känel an senkrechten Felswänden durch raffinierte Holzkonstruktionen entlanggeführt wurden.

Sehr ausführliche Informationen erhalten Sie unter http://www.suone.ch/

Volmar Schmid, 6. 12. 2010
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