Schafzucht

Schwarznasuschaf

[Schwarznasenschaf]

Das Schwarznasenschaf ist im Wallis seit Jahrhunderten heimisch. Da schriftliche Dokumente vor dem Jahr 1884 fehlen, lässt sich die Entwicklung der Schwarznase nur durch mündliche Überlieferung und Vermutungen nachvollziehen.

Im 15. Jahrhundert war im Wallis vor allem das Kupferschaf verbreitet, dessen Nachfahren laut Überlieferung die so genannten Älwen, gehörnte Schafe mit brauner Wolle, gewesen sein sollen. Aus Kreuzungen dieser «Älwen» mit den so genannten Schwarzen — einer schwarzen, gehörnten Schafrasse unbekannter Herkunft — entstanden angeblich die direkten Vorfahren des heutigen Schwarznasenschafes. Die neue Rasse wurde damals das «schwarznasige Schaf vom Vispertal» genannt, was darauf hindeutet, dass die Schwarznase vor allem im Oberwallis gehalten und gezüchtet wurde.

Im Walliser Gesetzbuch vom 24. November 1884 wurde die «Verbesserung des Gross- und Kleinviehs sowie der Pferdegattung» in einer Vollziehungsverordnung verankert, mit dem Ziel der Erhöhung der Mastleistung und des Wollertrags. In diesem Gesetz wird das Schwarznasenschaf erstmals schriftlich erwähnt und gleichzeitig als eine zu öffentlichen Schauen zugelassene Rasse erklärt.

Zur Umsetzung der erklärten Zuchtziele kreuzte man auch ausländische Schafrassen wie z. B. die australischen SouthdownSchafe ein. Diesen Versuchen war allerdings nur mässiger Erfolg beschieden. Die reine Schwarznasenzucht setzte sich mit ihren während Jahrhunderten verbesserten Eigenschaften – wie zum Beispiel der Anpassungsfähigkeit an das rauhe Walliser Gebirgsklima, Futterverwertung, Fruchtbarkeit, Fleischqualität und Genügsamkeit – gegenüber den Kreuzungen klar durch. Demgegenüber wurden Abstriche bei Wollertrag und -qualität in Kauf genommen.

Die Wolle der Schwarznase ist rauher und grober als die der anderen Schafrassen. Diese Tatsache war damals von hoher Bedeutung, weil die meiste Wolle von den Bauern selbst verarbeitet wurde und das grobe Schwarznasen-Vlies mit den zur Verfügung stehenden Geräten einfacher und mit einem geringeren Arbeitsaufwand verarbeitet werden konnte. Die Rauheit der Wolle kam wiederum der Stabilität und Festigkeit der Wollprodukte zugute.

Die erste Oberwalliser Schwarznasen-Genossenschaft wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Naters gegründet. Heute kann man insgesamt 48 Züchtervereinigungen zwischen Leuk Stadt und dem Goms zählen. Diese gehören als Genossenschaften alle dem 1948 gegründeten Oberwalliser Schwarznasen-Verband an. Erklärtes Verbandsziel ist, die beliebten Walliser Schwarznasen nach definierten Standards zu erhalten und die Zucht qualitativ weiter zu verbessern.

Rassenstandard

Mehr auf Wikipedia

Schnyder Mario in:
  • Traditionelle Nutztiere und Kulturpflanzen im Oberwallis. Eine Publikation der Naturforschenden Gesellschaft Oberwallis, NGO, Hersg. NGO, Rotten Verlag, Visp, 2001, S. 33 ff.
Weiterführende Literatur:
  • Theler Luzius: Die Schwarznase. Schafrasse des Oberwallis. Hrsg. Oberwalliser Schwarznasen-Schafzuchtverband, Visp.
VS, 23. 08. 2010
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