Auf den Spuren der Walser

Beziehungen

Beziehungen über die Berge hinweg.

In Graubünden und Vorarlberg sorgte die Abgeschlossenheit inmitten der rätoromanischen Nachbarschaft dafür, dass die Walser während längerer Zeit weit mehr Kontakte zu ihren Stammesgenossen pflegten als zu den rätoromanischen Nachbarn. Walser Männer heirateten Frauen aus der eigenen Siedlung, oder sie gingen in einem benachbarten oder weiter entfernten Walsersgebiet auf Brautschau, was die Beziehungen zwischen den Walsersiedlungen festigte.

Als im 16. Jahrhundert ausser Vals, St. Martin und Obersaxen alle Bündner Walsergemeinden die Reformation annahmen, blieb das nicht ohne Folgen auf das Verhältnis der Valser zu ihren Stammesgenossen in Safien und Rheinwald. Für die im 16. Jahrhundert schon nicht mehr als besondere Volksgruppe aufscheinenden Lötscher im Berner Oberland war der Entscheid Berns für die Reformation verbindlich.

Alle anderen Walsergebieten blieben katholisch. Zwischen den Bewohnern des italienischen Macugnaga und den Leuten im Saastal waren die Beziehungen über Jahrhunderte besonders eng. Noch im 19. Jahrhundert wanderten viele Männer aus dem Saastal über den Monte Moro-Pass nach Macugnaga, arbeiteten dort in den Goldgruben, als Heuergehilfen oder als Bergführer und verheirateten sich mit einheimischen Frauen.

Klare Vorstellungen in Ehesachen hatten bis ins 19. Jahrhundert hinein die Walser im ossolanischen Antigoriotal. 1929 erklärte ein Einwohner aus Agaro-Agher: «Derfeer in inschem Land, daa esch m Bruuch, das nid mochtu elecho in ussar di fiier Gmeinu: Pumat ond Oogschtu, Salei und Ager.» (Früher war es in unserem Tal Brauch, dass nur Angehörige der vier Gemeinden Pomatt, Opso, Saley und Agher miteinander heirateten durften).

VS, 21.9.11
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