Auf den Spuren der Walser

Situation im Oberwallis

Oberwallis zur Zeit der Walserwanderungen.

Wie sah es im Oberwallis zur Zeit der Walserwanderungen aus?

Das historische Quellenmaterial reicht nicht aus, um verbindliche Aussagen über die ständische Zugehörigkeit der Oberwalliser Bevölkerung zur Zeit der Walserwanderungen zu machen. Es gab Freie und Unfreie und es lassen sich ständische Verwischungen beobachten. Doch sind noch für das 14. Jahrhundert grundherrliche und andere Lasten nachgewiesen. Die Möglichkeit, diese abzuschütteln, konnte im 12./13. Jahrhundert zur Auswanderung veranlassen, besonders, wenn diese vom Adel im Alpenraum gefördert wurde. Nichts spricht dagegen, dass auch Freie auf der Suche nach einer besseren Zukunft nach Rätien zogen.

Als Ursachen der Walserwanderungen führte die Forschung u.a. Fehden, Klimaveränderungen, Naturkatastrophen, Flucht vor der Feudalisierung, Unterdrückung und Überbevölkerung an. Fest steht aber nur: Eine klimatische Wärmeperiode begünstigte die Wanderungen über Gebirgskämme hinweg. Es gibt aber Anhaltspunkte, die für eine Überbevölkerung sprechen.

Im Lötschental lag gegenüber Wyler in exponierter Lage die Siedlung Giätrich (1540 m). Bewohnt war sie vom 11. bis um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert. Die Räumung fällt also zeitlich zusammen mit der Gründung der ersten Lötscher Kolonien im Lauterbrunnental durch die Freiherren von Turn im 13. Jahrhundert.

Noch 1394 stellt ein lat. Dokument den deutschsprachigen Oberwalliser Alamanni die romanischen Leute von Leuk gegenüber. Das deutschsprachige Wallis war also zur Zeit der Walserwanderung kleiner als allgemein angenommen wird.

VS, 21.9.11
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