SpielSpiele im Freien

Gilihüsine

[Wurfspiel]

Gilihüsine ist eine dem schweizerischen Hornussen verwandte Manschaftssportart und enspricht in etwa dem "Tschärätu" im Lötschental.

Die Spielanlage ist ähnlich wie beim Hornussen. Der Nouss beim «Gilihüsine» ist ein alles andere als aerodynamischer Kuhzehenknochen, auf Walliserdeutsch «Beinkuh» genannt,der im besten Fall einmal 50 Meter weit fliegt. Der Stecken besteht nicht aus Fiberglas, sondern ist ein langer Hasel- oder Erlenstock. Abgefangen wird der Knochen mit Schindeln, die oft aus Holz von Gemüsekisten zusammengeflickt sind. Die Mannschaften sind aufgeteilt in eine Schlagpartei, die ausserhalb des Spielfeldes steht, und jene, die schindelbewehrt im Spielfeld auf dem leicht ansteigenden Gelände den fliegendenKnochen erwartet. Fällt die «Beinkuh» im Feld zu Boden,ohne dass sie abgefangen werden kann, erhält die Schlagpartei einen Punkt. Eine Spielrunde dauert so lange, bis alle Schläger an der Reihe waren.

Ganz nach alter Manier berappen auch heute noch die Verlierer den anschliessenden Drink für die siegreichen Spieler. In den 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts geriet das «Gilihüsine» in Vergessenheit. 1953 setzte ein Dokumentarfilmer das Spiel noch einmal in Szene. David Eyholzer, 84-jähriger ehemaliger Hotelier, spielte als Bub in den 30er-Jahren noch selbst das «Gilihüsine». Jahrhundertelang waren die Dörfer an den Hängen des Goms abgeschieden, im Winter lange Monate von der Umwelt sogar ganz abgeschnitten. «Wir waren froh, ‹Gilihüsine› spielen zu können», erinnert sich Eyholzer.

Quelle:
  • Walliser Bote vom 14. 9. 2012
VS, 14.9.12
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